Ausstellung    Sabine  Friebe-Minden   +   Brigitte  Fischer

Ausstellung „Spielarten des Poetischen“

 

Malerei / Zeichnungen
„Seelenlandschaften“, wo auf der Darstellungsebene die Natur im Mittelpunkt steht und figürlichen Darstellungen, wo Menschen und Tiere in surrealistischer Beziehung zueinander stehen, wechseln sich ab

Sabine Friebe-Minden

 

Im Rahmen ihrer Ahnenforschung entdeckte Sabine Friebe-Minden auf der Rückseite alter Fotografien handgeschriebene Notizen in der damals üblichen Sütterlin-Schrift. Die Anmutung dieser Texte und die Geschichte der Vorfahren inspirierten zu der Serie „SchriftBilder“: Einzelne Sätze oder auch fortlaufende Texte fließen in und über die Bildfläche. Die Textaussage steht im unmittelbaren Bezug zum Thema des einzelnen Werkes. Sie ist prägend für den Entstehungsprozess der Arbeit und für die Bildwirkung. Dabei löst sich das Geschriebene zum Teil auf, ist so nicht mehr lesbar und wird zur Schraffur oder malerischen Geste. Die Texte an sich sind unterschiedlichen Ursprungs. Sie haben biografischen Bezug oder entstammen literarischen Quellen wie Gedichten, Essays, Psalmen und modernen Liedtexten.
In der Serie von Zeichnung, „Seelenlandschaften“, steht auf der Darstellungsebene die Natur im Mittelpunkt, wobei die Außenlandschaft zur Innenlandschaft wird und so eine weitere nicht fassbare, kontemplative Ebene vermittelt.

Brigitte Fischer

 

verfolgt zwei Hauptlinien in ihrer Malerei: In den figürlichen Darstellungen stehen Menschen und Tiere in surrealistischer Beziehung zueinander; das Grundmotiv in den abstrakten Kompositionen sind Farbklänge in hellen, lichten Räumen. In dieser Ausstellung präsentiert Sie vorwiegend ihre abstrakten Werke, in denen der "Klang des Lichts" nachempfunden wird. Es entsteht Poesie ohne Worte, vergleichbar mit einer Musikkomposition.

Das Spiel mit Linie und Fläche, die Lichtreflexe der Farben, den „Kuss der Sonne“ erleben wir beim Betrachten und tauchen ein in die Weite des Raums. Musik ist Begleitung und Inspiration beim Malen. Das künstlerische Denken ist intuitiv, es entsteht eine energetische Balance zwischen Empfindsamkeit und sofortiger Reaktion.

„Das überwältigende Phänomen des Lebens ist das Licht. Es schenkt uns das Leben selbst, den Atem, die Liebe. Wie kann man Menschen, die nie den Kuss der Sonne gespürt haben, das Licht erklären?“ (Teodor Currentzis, MUSICAETERNA)

Flyer zu der Ausstellung
Hier können Sie den Flyer zu der Ausstellung einsehen und herunterladen
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„Spielarten des Poetischen“

 

Sabine Friebe-Minden und Brigitte Fischer stellen bis 22. Juli in der Alten Ziegelei aus.

Trotz großer Hitze haben viele Besucher ihren Weg nach Wiesenbach in die „Alte Ziegelei“ gefunden, um die Vernissage dieser beiden Neckargemünder Künstlerinnen zu erleben.

In seiner Begrüßungsrede freute sich Bürgermeister Grabenbauer sehr, dass die meisten Besucher mit dem Fahrrad zu dieser Ausstellung gekommen sind. Da auch er selbst mit dem Fahrrad gekommen war nutzte er die Gelegenheit auch eine Brücke zum Stadtradeln zu schlagen. Er selbst war beim Start dieser Kampagne, der sich 23 Gemeinden im Rhein-Neckar-Kreis angeschlossen haben, am Vortag in Wiesloch-Walldorf auf seinem Rad dabei.

"In diesem reizvollen Ambiente der Alten Ziegelei erwarten Sie tiefsinnige, träumerische, aber auch verspielte Kostbarkeiten zweier Künstlerinnen, die sich seit vielen Jahren kennen und deren Leidenschaft für die Kunst, für die Intuition und für die Kreativität die Basis ihrer Freundschaft geworden ist," erläuterte die Kunsthistorikerin Daniela Huhn in Ihrer Einführung. „Schon der Titel „Spielarten des Poetischen“ verrät uns, dass all das, was hier zum Ausdruck kommt, von einer gewissen Leichtigkeit getragen wird.“

Jedes der ausgestellten Werke von Sabine Friebe-Minden hat einen langen Entstehungs-prozess durchlaufen. Am Anfang stehen die Texte, die ihr im Leben auf die unterschied-lichste Art und Weise begegnen und die in ihr sofort einen intuitiven Eindruck hinterlassen. Dann folgen erste Skizzen und Vorarbeiten und das bewusste sich Auseinandersetzen mit den einzelnen Textbotschaften. Die ursprüngliche Intuition weicht einer stark planerischen Gestaltungsphase. Erst wenn das Verhältnis von Schrift und Bild stimmig ist, wird die Skizze ins Großformat übersetzt wie bei dem Gemälde „Into the deep“. Inspiriert vom Songtext von Laurie Anderson „Freefall“, in dem es darum geht, dass man sich in Worten eines anderen verlieren kann und dass man trotz eigener Schwimmversuche immer weiter auf den Meeresgrund gezogen wird und zu ertrinken droht, spielt hier das Meer eine tragende Rolle. Es wirkt aufgrund seiner dunklen Farbe, die sich kaum vom Horizonts abhebt, etwas bedrohlich und geheimnisvoll.

Mit großer Freude geht Brigitte Fischer stets neugierig ans Werk, so dass überraschende Entdeckungen oder Begegnungen entstehen können. „Wenn Worte im Inneren ein Bild auslösen, sich also zwei Wahrnehmungsebenen verbinden, spricht man von Synästhesie“, erläuterte die Kunsthistorikerin Huhn den Besuchern. „So können manche z. B. Klänge und Geräusche nicht nur hören, sondern nehmen sie auch als Formen und Farben wahr. Die Synästhesie verbindet auch die Werke von Sabine Friebe-Minden und Brigitte Fischer. Frau Fischer, die sich auch lange Zeit der musikpädagogischen und therapeutischen Arbeit widmete, versucht in ihren abstrakten Werken den Klang des Lichts nachzuempfinden und das Motiv des Lichts insgesamt auszubauen. Dies konnte man im Gespräch mit der Künstlerin erfahren.

Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von der Musikerin Zhanna Popolitova mit dem Akkordeon, begleitet von Ihren beiden Kindern.

Diese Ausstellung in der Bürgergalerie “Alte Ziegelei“ Wiesenbach ist für Sie bis zum
22. Juli an allen Sonntagen jeweils von
15:00 bis 18:30 Uhr geöffnet. Nutzen Sie die Gelegenheit zu einem ausführlichen Gespräch mit diesen Künstlerinnen die weit über Neckargemünd bekannt sind.

 

Jürgen Berger
Freundeskreis Heimatmuseum - Alte Ziegelei

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